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Papageienhaltung

  • Kategorie: Wissen
  • Veröffentlicht: Donnerstag, 24. Oktober 2013 10:21
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Man sieht es sehr oft: Papageien, die einzeln, in runden, oft barock anmutenden Stubenkäfigen gehalten werden. Oft dienen noch ein Spiegel als Spielzeug und ein Plastikvogel als Partnerersatz. Als Argument für die Einzelhaltung hört man häufig: "Mein Papagei soll ja schließlich sprechen, deshalb ist er allein". Aber dass diese Haltungsform für den Vogel alles andere als artgerecht ist, darüber lässt sich nicht hinwegsehen. Ein Papagei, der spricht ist nämlich leider alles andere als glücklich. Er ist einsam und deshalb ahmt er menschliche Stimmen nach. Natürlich ohne zu wissen, was er da überhaupt erzählt. Nur wir Menschen interpretieren seine Geschwätzigkeit falsch und glauben, er wäre glücklich. Papageien sind jedoch Schwarmvögel, die nichts mehr lieben als die Gesellschaft mit ihresgleichen. Nur dann ist ein Papagei, sei es nun ein Wellensittich oder ein Ara, zufrieden.

Eine artgerechte Papageienhaltung ist eine Außenvoliere mit beheizbarem Innenschlag. Im Sommer können sich die Tiere draußen aufhalten und wenn es kalt wird, haben sie die Möglichkeit den Innenbereich zu nutzen. Bei der Wahl der Voliere gilt: Je größer, desto besser. Die Vögel müssen darin fliegen können.

Wichtig ist, dass die Voliere eckig und nicht rund ist. Vögel können sich in runden Käfigen nicht orientieren, sie brauchen Ecken. Auch darf die Voliere nicht aus weißen Stäben bestehen, da die Vögel die Farbe Weiß nicht sehen können und infolge dessen dagegen fliegen.

Als Sitzstangen wählt man am besten echte Obstbaum- und Laubbaumäste in verschiedenen Größen und Stärken, damit die Beinmuskulatur der Vögel elastisch bleibt und nicht versteift. Außerdem lieben Papageien das Wasser. Deshalb sollte eine Wasserschale, die so groß ist, dass der Papagei sich baden kann, bereitstehen. Man kann die Vögel auch behutsam mit einem Wassersprüher einsprühen, da das dem natürlichen Regen nahe kommt.

Da gerade Papageien sehr verspielt sind, kann man ihnen Seile, Schaukeln und Bällchen anbieten. Spiegel hingegen sind absolut ungeeignet, weil der Papagei das Spiegelbild als Rivalen sieht und versucht ihn zu vertreiben. Auch sieht der Vogel darin einen Artgenossen und er versucht diesen zu füttern, dabei kann er qualvoll ersticken, da er sich selbst füttert.

Der Boden sollte mit Vogelsand ausgestattet sein. Denn Vögel picken gerne im Sand und nehmen den im Vogelsand enthaltenen Kalk auf. Dieser versorgt den Vogel mit wertvollen Mineralien. Zusätzlich kann man Sepiaschalen, Muschelschalen oder angereicherte Mineralsteine anbieten.

Um seine Papageien artgerecht und ausgewogen zu ernähren, reicht man gute Sämerreien- und Körnermischungen. Man sollte darauf achten, dass nicht zu viele Sonnenblumenkerne enthalten sind. Sie schmecken den Vögeln zwar sehr gut, zu viele sind aber ungesund, da sie zu fetthaltig sind. Die Futtermischung muss auch auf den einzelnen Vogel abgestimmt sein. Würde man zum Beispiel Aras und Amazonen mit der gleichen Futtermischung füttern, würde die Amazone schnell zu fett werden, während der Ara unter Umständen unter Mangelerscheinungen leiden würde. Aber nur mit der richtigen Körnermischung ist es nicht getan. Grundsätzlich gilt: Papageien brauchen täglich frisches Obst sowie Gemüse und Grünfutter, da im Körnerfutter allein nicht genügend Vitamine und Aminosäuren enthalten sind. Obst wird sehr gerne genommen. Das Nahrungsspektrum ist hier sehr groß. Man kann den Papageien Apfelstückchen, Birnen, Trauben, verschiedene Beeren (wie beispielsweise Johannisbeeren, Erdbeeren oder Himbeeren) reichen. Auch Nektarinen, Clementinen oder Pflaumen verschmähen die Vögel meist nicht. Bei Zitrusfrüchten sollte man aufpassen. Sie dürfen nicht zu oft gegeben werden, da sie einen hohen Fruchtzuckergehalt und Säuren enthalten, die in hohen Mengen ungesund sind. An Gemüsesorten schmecken ihnen Möhren, am liebsten in Streifen oder Stückchen geschnitten. Auch Gurke, Paprika oder Tomate werden gerne genommen. Wildkräuter sind eine willkommene Abwechslung.

Übrigens: Papageienarten, und seien sie noch so klein, können sehr alt werden. Wellensittiche und Nymphensittiche erreichen mitunter schon ein Alter von bis zu 25 Jahren. Größere Papageien, wie der Graupapagei oder der Ara und die Amazone, können stolze 80 Jahre und älter werden. Zu bedenken ist, dass die Tiere auch solange gepflegt, versorgt und artgerecht untergebracht werden sollten.

Außerdem benötigt man für bestimmte Papageien eine CITES (Washingtoner Artenschutzabkommen), in dem festgehalten ist, dass der Vogel nicht aus Wildererei bzw. Wildfang stammt. Hierin wird auch dokumentiert, dass der Vogel registriert ist und einen Ring am Fuß trägt.